Konzert Violoncello-Solo & Finissage Sonntag 22. Okt. 2017

Unbenannt

 

Konzert Violoncello-Solo gespielt  von Orlando Theuler

Im Andenken an die Künstler der Ausstellung RETROPRESENTATIVE

Sonntag  22. Oktober 2017 11:00         Kulturtankstelle Döttingen

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Suite I in G-Dur BWV 1007
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Menuet I & II – Gigue

Pēteris Vasks (* 1946 in Aizpute, Lettland)
Dolcissimo  (2. Stück aus Gramata Cellam)

Johann Sebastian Bach
Suite III in C-Dur BWV 1009
Prélude – Allemande – Courante – Sarabande – Bourrée – Gigue

 

 freie Kollekte

 

ORLANDO THEULER – VIOLONCELLO

Orlando4Orlando Theuler ist geboren und aufgewachsen in Santa Fe, Argentinien.

Erste Orchestertätigkeit im Orquesta Filarmónica del Teatro Colón in Buenos Aires. Preisträger verschiedener Wettbewerbe (Mozarteum, Junge Solisten aus Argentinien u.a.).

Stipendium an der Menuhin Akademie in Gstaad.
Studium an der Musikakademie der Stadt Basel bei Ivan Monighetti  und an der Schola Cantorum Basiliensis bei Christophe Coin.

Orlando  Theuler ist  intensiv  tätig  als  Orchester-  bzw. Kammermusiker  in verschiedenen Formationen  wie  Berner Symphonieorchester,  Basler  Symphonieorchester,  Camerata  Bern, Solo- Cellist des Landesorchester Voralberg , Ensemble Symphonique de Neuchâtel, Berner Kammerorchester, Musici Volanti u.a.

Er unterrichtet am Konservatorium von Neuchâtel und an der Musikschule Konservatorium Zürich.

 

 

JOHANN SEBASTION BACH (1685 – 1750)

Bach (2)Die sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach gehören heute zu den meistgespielten Kompositionen für ein solistisches Streichinstrument
An den Spieler stellen die sechs Suiten hohe Anforderungen. Bachs Kompositionen für Solo-Violoncello stehen für höchste Virtuosität.

Johann Sebastian Bach war ein deutscher Komponist, Kantor sowie Orgel- und Cembalovirtuose des Barock. Er gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Seine Werke beeinflussten nachfolgende Komponistengenerationen und inspirierten Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen.

Zu Lebzeiten wurde Bach als Virtuose, Organist und Orgelinspektor hoch geschätzt, allerdings waren seine Kompositionen nur einem relativ kleinen Kreis von Musikkennern bekannt. Nach Bachs Tod gerieten seine Werke jahrzehntelang in Vergessenheit und wurden kaum noch öffentlich aufgeführt. Im Jahre 1829 begann die Bach-Renaissance in der breiten Öffentlichkeit und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehören seine Werke weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik.

 

 

PIETER VASKS (* 1946 in Aizpute, Lettland)

peteris-vasksEin Komponist, dessen Lebensgeschichte beispielhaft für viele Künstlerschicksale im Baltikum ist, antwortet auf diese Frage:
   „Ich brauchte meine Musik zum Überleben. Komponieren war ein geistiger Kampf gegen ein idiotisches System. Ich war frei nur in der Musik.“

Pēteris Vasks erlebte als Sohn eines baptistischen Pfarrers die Folgen der Repression unmittelbar. Sein Großvater holte ihn 1959 nach Riga; in der Streicherklasse der städtischen Musikschule lernte er den fast gleichaltrigen Gidon Kremer kennen und freundete sich mit ihm an. Jahrzehnte später schrieb er für ihn zwei Stücke für Solovioline und Streichorchester mit klangvollen Titeln wie Tālā gaisma (Fernes Licht) aus dem Jahr 1996/97 und Vientuaļais eņğelis (Einsamer Engel) zehn Jahre später. Vasks spielte in verschiedenen Orchestern in Riga, obgleich ihm der Zugang zu einer Ausbildung an der Musikhochschule zunächst verwehrt blieb, was ihn zunächst in das liberalere benachbarte Litauen führte.

Zu den Ursprüngen seiner Art zu komponieren sagt Vasks:
    „Das kommt alles von meinem Vater. Wie expressiv seine Sprache, seine Bewegung war, wenn er predigte! Er arbeitete hart und sehr viel an der Vorbereitung, und wenn er dann die Predigt hielt, so war das wie aus dem Moment entstanden unmittelbar für die Menschen, mit dem ganzen Ausdruck. Es geht um Ideale, um Glauben und um Liebe. Das sind die Botschaften meiner Musik, die ich den Menschen mitteilen muss. Und wie ich das mache, so bin ich – das ist mein Charakter.“

Pēteris Vasks ist ein Komponist mit ethischen Grundsätzen und spirituellen Überzeugungen – gleichzeitig verarbeitet er seine Spiritualität selten in einem offen religiösen Zusammenhang musikalisch. Die Kraft, von der Vasks immer spricht, ist die Überzeugung, mit Musik in Menschen etwas bewegen zu können. Komposition wird vor diesem Ansatz zu einer Art individuellem Glaubensbekenntnis, ohne damit konkret religiöse Inhalte zu verfolgen; vielmehr geht es darum, an die menschlichen Urimpulse der Zuhörer zu appellieren. Genau an diesem Punkt treffen sich religiös-spirituelle Haltung des Komponisten und starke Verbundenheit zu Natur und Heimat, in der die Möglichkeit des „unendlichen Gesangs“ ein Faszinosum für den Schöpfer ist. Sein Denken findet Ausdruck in hörbaren Gegensätzen und klaren Positionen:

    „In meinen Werken stehen die schnellen Sätze immer für das Aggressive, Brutale, für die dunkle Seite der Menschheit. Das Ideale kommt langsam, piano, als Gesang. Ganz wenige meiner Werke enden im Fortissimo. Das hängt für mich mit der Ehrlichkeit der Musik zusammen. Die Musik ist hier eine Weile unter uns und dann ist Stille. Dann geht sie wieder zurück. Musik kommt aus der Stille und geht wieder in die Stille.“

Quelle: Bundesministerium der Finanzen, DE